Am Strand von Kato Zakros gibt es eine kleine Bushaltestelle. Von hier fährt jeden Tag um 12.30 Uhr und 16.00 Uhr ein Linienbus nach Zakros. Von dort gelangt man nach einem kurzen Fussweg in die "Todesschlucht". Der Ausgang der Schlucht ist in Kato Zakros, nicht weit von unserem Bungalow entfernt. Das erschien uns sehr praktisch. Die Schlucht wird uns als leicht, in 2 bis 3 Stunden (auch in Simones Zustand) begehbar, schmackhaft gemacht. Wir nehmen also ein spätes Frühstück bei George ein und warten dann auf den Bus. Es war einiges nach 12.30 Uhr und der Bus immer noch nicht in Sicht. Unser Vermieter Jannis kam mit seinem PKW schneller als der Bus und lud uns in Zakros auf dem Dorfplatz ab. Der Ausschilderung des Wanderweges E4 folgend, fanden wir nach ca. 30 Min Fussweg durch einen Olivenhain den Eingang zur Schlucht. Die Schlucht hat zwei Einstiege. Einer direkt von Zakros aus und einer etwas auf der Hälfte der Hauptstrasse zwischen Zakros und Ano Zakros. Der etwa 6 km längere Weg über Zakros lohnt sich auf jeden Fall. Der Einstieg von dort ist einer der schönsten Teile der Schlucht. Auch hier laufen wir roten Punkten und Steinmännchen nach. Der Name Todesschlucht stammt aus der minoischen Zeit Kretas. Die Einwohner des minoischen Palastes des heutigen Kato Zakros begruben ihre Toten in Felsnischen in der Schlucht. Wir haben schnell festgestellt, das die Schlucht alles andere als tot ist. Sie ist vielleicht der grünste und blühendste Flecken Erde, der sich im weiteren Umkreis im Sommer finden lässt. Fast der gesamte Weg führt durch das Flussbett. Im ersten Viertel des Weges führt der Fluss noch reichlich sauberes, klares Wasser, welches dann bis zum letzten Viertel unterirdisch verläuft. Den Weg muss man sich zum grossen Teil suchen aber nicht wegen schlechter Ausschilderung, sondern weil man unter mannshohen Oleander- und Lavendelbüschen läuft. Da wir nicht die grössten Leute sind, gingen wir wie im Tunnel und mussten uns strecken, damit wir mal die Felswände sahen. Der Fluss sprudelt im letzten Viertel der Strecke als eine Sauerstoffreiche Quelle aus der Erde. Er ist von dort ab eher ein Rinnsal und man sollte sich auch hier nicht auf das Flüsschen verlassen und sein eigenes Wasser mitnehmen.
Beim Baden in Kato Zakros lernten wir das ältere Ehepaar Ködder kennen. Die beiden kommen regelmässig nach Kreta, um Salbei zu sammeln. Sie klärten uns über die drüsenreinigende Eigenschaft der Pflanze auf , wo man sie findet und wie sie zubereitet wird (Blätter trocknen, eine Briese Blätter auf ein Liter kochendes Wasser und genau 3 Minuten ziehen lassen, danach verlieren sonst die ätherischen Öle der Pflanze ihre Kraft).
Bei George haben wir abends eine sehr leckere, fangfrische Dorade gegessen. George hat seinen Grill auf der Strasse zu stehen, so kann man ihm bei der Zubereitung der Speisen zusehen. Das Abendessen ging mit spontaner Livemusik der Marke Hausgebrauch und Quatschen bis 2.30 Uhr am Morgen.
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