| Heute fahren wir in Richtung Gerakari und wollen uns die wild blühenden Orchideen und die Kirschblüte ansehen. Den Tip hat uns ein in Spili lebender Deutscher im vorigen Jahr gegeben. Die Orchideen blühen eigentlich schon im März, bis spätestens Anfang April. Da die Vegetation in diesem Jahr auf Grund des langen Winters aber etwa zwei Wochen im Verzug ist, haben wir vielleicht Glück und finden ein paar der schönen Pflanzen. Vor Gerakari wurden wir an einem kleinen Berg rechter Hand fündig. Nun mussten wir feststellen, das wilde Orchideen natürlich nicht so aussehen, wie die in unseren Blumenläden. Wir haben also wieder was gelernt und finden die Wilden bei weitem schöner als Gezüchtete. Allein die Artenvielfalt auf diesem kleinen Berg ist schon verblüffend. Beim laufen, gucken und fotografieren muss man acht geben, das man die Kleinsten mit ihrer Grösse von etwa zwei Zentimetern nicht zertritt. Die stehen aber clevererweise in kleinen Büscheln, die schon fast an einen Teppich erinnern. Nach drei Stunden geben wir auf, wir finden keine neuen Arten mehr, sie werden nur noch schöner. Wir verlassen den Berg mit völlig zerkratzten Beinen. Auf dem Berg stehen flächendeckend kniehohe Büsche mit stachligen Blättern und Kletten.
Die Kirschbäume um Gerakari stehen in voller Blüte. Die Plantagen und Berghänge erstrahlen im Sonnenlicht in reinem weiss.
Wir fahren weiter Richtung Agios Pavlos. Die Strasse ist stark vom Winter geschädigt. Da ein Stück der Hauptstrasse völlig weggerutscht ist, werden wir in einem Dorf von einem alten Mann per Hand umgeleitet und erwischen die falsche Abzweigung der Strasse. Wir landen mit unserer geländeuntauglichen "Familienkutsche" mitten im Olivenhain, kein Platz zum wenden, der Weg wird immer schlechter und dann stehen wir auf einmal vor einem Bach. Da wir im Oktober Eltern werden und solche Strecken in diesem Jahr eigentlich meiden wollten sind wir stark genervt und sauer. Obwohl wir die Strasse schon sehen, kommen wir dort nicht hin und müssen den ganzen tiefgefurchten und huckeligen Feldweg zurück. Als wir die etwas hönisch grinsenden Gesichter der Dorfbewohner sehen, müssen auch wir über unseren Ausflug lachen und alles ist wieder gut.
Oberhalb von Agios Pavlos essen wir in einer Taverne und fahren dann weiter in den Ort. Das kleine Hafendorf besitzt einen kleinen, durch eine Bucht geschützten steinigen Strand der sich zum schnorcheln und tauchen sehr gut eignet. Wir fahren zurück zum Haus und müssen beim durchsehen unserer Bilder vom Vormittag üblerweise auch noch feststellen, das die meisten Bilder nicht scharf geworden sind. Was solls, wir studieren also intensiver die Bedienungsanleitung unserer neuen Kamera und fahren am nächsten Morgen noch einmal nach Gerakari zu den wundervollen Orchideen.
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